garnele

Garnelen, Scampi, Krabben,🍤 was ist der Unterschied?

Kennt ihr das? Man sitzt im Restaurant und liest auf der Karte seines Lieblingsitalieners das leckere Gericht „Scampi mit Fettuccine in Chili-Sahne-Sauce“. Aber noch bevor man bestellen kann, den Arm bereits in Rufhaltung, entdeckt man „Tagliatelle mit Garnelen in Tomaten-Sahne-Sauce“ und schließlich auch noch die „Gamberetti Rustici“! Wo ist der Unterschied? Genau den versuche ich euch hier zu zeigen. Also, wenn ihr all diese leckeren Schalentiere so gerne mögt wie ich, dann lest weiter.

Garnelen, die preiswerten mit den Antennen

Die meisten aufgetischten Schalentiere in Deutschland sind Garnelen. Die Garnele läuft auf zehn Beinen. Charakteristisch sind zwei große dunkle Augen und die langen Tastfühler, auch Antennen genannt. Alle Arten haben einen langgestreckten, schlanken Körper und lange Antennen. Ihr Schwanz entspricht von der Breite her etwa der Körperbreite.

Garnelen

Garnelen haben eine Größe von bis zu 9 ½ cm. Vor allem aber haben sie keine Scheren. Daher werden als Garnelen in der Regel alle Schalentiere bezeichnet, die keine Scheren besitzen.

Begriffsvielfalt

Je nach Land und Größe haben Garnelen ganz unterschiedliche Namen.

Wie ihr seht, gehören auch die Krabben (küchentechnisch) zu den Garnelen, beide Begriffe werden häufig gleich benutzt. Jeder weiß zwar, dass Krabben Scheren haben, daher ist der Begriff zoologisch nicht korrekt, hat sich aber durchgesetzt.

Krabbenmit Spiegelei

Also auch die bei uns an der Küste so beliebten Krabben, hier in der wundervollen Kombination mit Spiegelei und Gurke, sind eigentlich Garnelen.

Tiger Prawns, Black Tiger, King Prawns

Wer schon einmal in Asien war, dem ist wahrscheinlich auf den Speisekarten aufgefallen, dass dort sehr oft Tiger Prawns, Black Tiger oder King Prawns angeboten werden. Diese Tiere sind deutlich größer als die in Europa in der Regel angebotenen Varianten und werden schon mal bis zu 20 cm groß. Üblich sind 10 – 12 cm. Drei bis sechs Stück je nach Größe, reichen da oft schon für eine Mahlzeit. Es handelt sich um Züchtungen aus Aquakulturen in Asien. Aber auch das sind Garnelen und keine Scampi. Inzwischen kann man diese Art aber auch tiefgekühlt in Deutschland kaufen.

Tiger Prawns

Scampi, die teuren mit den Scheren

Scampi gehören zu den hummerartigen Tieren, haben einen breiten Körper und Scheren! Ihr Schwanz ist deutlich breiter und schmetterlingsartig. In Deutschland dürfen nur zwei Sorten den Namen Scampi tragen (lat.: Metanephrops spp. und Nephrops norvegicus). Scampi sind auch roh schon rot und nicht erst nach dem Kochen. Auf dem Bild könnt ihr deutlich die Scheren sehen. Auf deutschen Speisekarten findet ihr statt Scampi auch den Begriff Kaisergranate. International hat sich aber der Begriff Scampi durchgesetzt.

Der Preis macht den Unterschied

Für den Liebhaber von Schalentieren und auch für Gastronomen ist aber vor allem von Bedeutung, dass sie deutlich teurer sind als Garnelen. Während ihr für Garnelen zwischen 8 und 13 Euro pro Kilogramm zahlt, bekommt ihr Scampi nicht unter 30 – 35 Euro das Kilo! Ein 3- bis 4-facher Unterschied bei den Anschaffungskosten lässt die meisten Gastronomen eher zur Garnele als zum Scampi greifen. Wenn ihr einmal versucht, Preise für Scampi zu googeln, werdet ihr sehr schnell feststellen, dass es so gut wie keine Angebote für Scampi gibt. Ihr werdet fast immer sofort auf Angebote für Garnelen umgeleitet. Auch daran könnt ihr erkennen, dass Scampi in Deutschland wirklich selten und sehr teuer sind. Leider hat das in Deutschland wohl einige Gastwirte dazu bewegt, den Kunden gegenüber nicht ganz ehrlich zu sein und auf ihren Speisekarten Scampi anzubieten, die aber tatsächlich Garnelen waren.

Ob Garnele oder Scampi, beide sind Low Carb Hits

Garnelen und Scampi sind beide sehr eiweißreich und fettarm. Sie liefern fast keine Kohlenhydrate und sind deshalb ideal für eine Low Carb Ernährung (Low Carb stammt aus dem englischen von Low = wenig und Carb = Abkürzung für Kohlenhydrate) geeignet. Wer also versucht, bei seiner Ernährung die Kohlenhydrate flach zu halten, auch mit Blick auf den Glyx-Index, der hat mit beiden Tieren eine prima Wahl getroffen. Es gibt zwar keine amtliche Definition, ab wann ein Lebensmittel Low Carb ist. Laut WIKIPEDIA spricht man jedenfalls bei einem Kohlenhydratanteil von weniger als 40% bereits von kohlenhydratarm. Das schaffen beide locker, denn sie liegen sogar beide unter 1%! Der Anteil ist also so gering, dass beide Schalentiere für eine Low Carb Ernährung bestens geeignet sind. Schaut euch die Nährwerte an.

Die Unterschiede zwischen beiden sind minimal. Garnelen habe bei allen Werten höhere Zahlen, daher etwas mehr Fett und damit auch geringfügig mehr Energie als Scampi. Beide Schalentiere gelten aber als extrem Low Carb mit sehr hohem Eiweißanteil pro Gewichtseinheit. Aus dieser Warte betrachtet sind also beide extrem gesund. Zum Vergleich seht ihr neben den Werten von Garnele und Scampi die von Lachsfilet. Der Eiweißwert ist noch etwas höher als der von Garnelen, aber der Fettgehalt ist mit rund 12% deutlich höher.

Und wie bemerke ich nun als Laie den Unterschied auf dem Teller?

Die Unterscheidung jedenfalls bei ganzen Tieren ist noch einfach. Das seht Ihr oben an den Fotos. Solange der Schwanz noch dran ist, kann man beide gut unterscheiden. Der Schwanz von Garnelen ist deutlich schmaler und spitzer, während der von Scampi breit und fächerförmig ist. Das Problem ist, wenn man erst einmal die Antennen bei den Garnelen und die Scheren bei den Scampi, die Schale sowie die Schwänze entfernt hat, diese auch noch kocht, sind sie auch von Experten kaum noch zu unterscheiden. Während die Garnele roh eher grau-bläulich aussieht und Scampi auch roh rot sind, wird nach dem Kochen auch Scampi rot. Das wars dann endgültig mit der Unterscheidung. Deshalb ist es für den Laien nach der Bearbeitung fast unmöglich, festzustellen, ob er Scampi oder eine Garnele auf dem Teller hat.

Nur der Fachmann merkt den Unterschied

Nur der Fachmann bemerkt beim Biss in das Tier den Unterschied. Scampi sind eher weich und feiner in der Struktur, während die Garnele schon etwas fester und knackiger ist. Scampi haben einen mazipanartigen etwas süßlichen nussig Geschmack, während Garnelen deutlich mineralisch schmecken. Für den Otto-Normal-Esser dürfte das kaum festzustellen sein.

Lohnt der höhere Preis?

Ob der Unterschied im Geschmack von Garnele zu Scampi den 3- bis 4-fachen Preis wert ist, muss wohl jeder selbst entscheiden. Das Fleisch von Scampi gilt als hochwertiger als das von Garnelen. Die Nährwerte beider Schalentiere aber sind sehr ähnlich und durchaus gesund. Aber wer schaut sich schon die Nährwerte an, wenn es um Geschmack geht. Es ist ein bisschen so wie der Unterscheid zwischen einem guten Sekt und Champagner. Mir reicht ein guter Sekt, weil ich (jedenfalls bei dieser Gattung Lebensmittel 😁) den Unterschied nicht wirklich schmecke und deshalb auch nicht bereit wäre, deutlich mehr auszugeben. Das liegt aber eben daran, dass ich persönlich diese Art von Getränk wirklich nur selten trinke. Aber manchmal muss es eben doch Scampi anstatt Garnele sein. Dann aber möchte ich nicht betrogen werden. Ich hoffe, mein Artikel hat euch ein wenig geholfen, sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Na dann, auf geht`s zum Testen.

Ein sehr schönes Video findet ihr bei Deutsche See, die einmal beide Tiere nebeneinander gelegt und verarbeitet hat. Da kann man auch erkennen, dass es mit fortschreitendem Verarbeitungsprozess immer schwieriger wird, zu erkennen, was man auf dem Teller hat.

Ihr liebt Garnelen und Scampi?

Dann schreibt mir gerne im Kommentarblock, welche Zubereitungen ihr wählt und was für Rezepte euch am besten gefallen. Wenn euch Garnelen auch schmecken, dann gefällt euch vielleicht auch Knoblauch Garnelen 🍤 in cremiger Alfredosauce mit Linguini.

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